Was du tun kannst

Was du tun kannst

Man nennt es den weltweit „schmutzigsten“ Rohstoff aus der Landwirtschaft. Die Produktion ist für zwölf Prozent aller Treibhausgase verantwortlich, für die Herstellung werden Unmengen an Chemikalien und unendlich viel Wasser (schätzungsweise 2.700 Liter für die Herstellung eines T-Shirts) benötigt. Dies setzt die Landwirt*innen und ihre Familien großen Risiken in Bezug auf Gesundheit und Einkommen aus. Es ist bestimmt schon klar: Die Rede ist von konventioneller Baumwolle.

Baumwolle ist ein viel gehandelter Rohstoff. Für den Anbau werden etwa 2,5 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche verwendet und etwa 10 Millionen Familien – vor allem in den ärmsten Ländern der Welt – sind für ihren Lebensunterhalt auf den Baumwollanbau angewiesen.

Die Produktion konventioneller Baumwolle hat sowohl erhebliche soziale als auch ökologische Auswirkungen. Auf die Baumwollproduktion sind nicht nur große Mengen der weltweiten Treibhausgase zurückzuführen, auch der Wasserverbrauch ist ein riesiges Problem. Für eine Tonne Baumwollfasern werden 2.120 Kubikmeter der ohnehin sehr begrenzten Wasserressourcen in den Anbaugebieten verwendet. Und was ist mit Chemikalien? Im Anbau konventioneller Baumwolle kommen jährlich Pestizide im Wert von über zwei Milliarden Dollar zum Einsatz, was 16 Prozent der weltweiten Insektizide und etwa vier Prozent der weltweiten Stickstoffdünger ausmacht. Das ist mehr als bei jeder anderen Nutzpflanze. Daraus ergeben sich enorme Folgen für die Umwelt, die biologische Vielfalt sowie die Gesundheit und die Lebensbedingungen der Landwirt*innen.

Du könntest dich jetzt fragen, ob zertifizierte Bio-Baumwolle etwas ändern kann?

Für die Landwirt*innen macht es einen enormen Unterschied. Obwohl der Ertrag von Bio-Baumwolle im Vergleich zu gentechnisch veränderter Baumwolle etwas geringer ist (14 Prozent), ist das Einkommen stabiler, da der ökologische Landbau eine größere Vielfalt an Pflanzen und Nahrungsmitteln in der Fruchtfolge fordert.

Null Prozent Pestizide und Düngemittel

Bio-Baumwolle wächst auf Feldern auf denen keine chemischen Düngemittel, Pestizide oder Entlaubungsmittel verwendet werden. Erlaubt sind nur natürliche Dünger wie Kompost und Tiermist. Gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) sind verboten. Gut für die Umwelt, gut für Mensch und Tier.

91 Prozent weniger Wasser

Weltweit wird die meiste Bio-Baumwolle auf Bauernhöfen angebaut, die lediglich mit Regen bewässern – das heißt: Es gibt keinen zusätzlichen Wasserverbrauch. Der Boden ist gesund und hält das Wasser zu 50 Prozent besser als konventioneller Boden. Der Wasserverbrauch beim Anbau von Bio-Baumwolle ist 91 Prozent geringer als bei konventioneller Baumwolle, wodurch unsere wertvollen Wasserressourcen geschont werden.

46 Prozent weniger CO2-Emissionen

Der Anbau von Bio-Baumwolle spart 46 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu konventioneller Baumwolle, was zu einer ausschlaggebenden Reduktion der globalen Erwärmung führen kann. Außerdem ist die Landwirtschaft mit Bio-Baumwolle weniger energieintensiv.

Diese Aufstellung macht ziemlich offensichtlich, was du tun kannst: Wenn du Produkte aus Baumwolle kaufst – wähle Bio. Immer.